Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft

„Ich habe nichts zu verbergen!“ Lautet der Schlachtruf jener unbedarften Zeitgenossen, auf die jede Diktatur scharf ist. Sie vergessen allerdings dabei, dass die Menschenwürde die Quelle der Rechte ist und die Würde des Menschen erstreckt sich auch auf seine persönlichen Daten.

Wenn die persönlichen Daten der „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ sind, warum sollte man diesen „Rohstoff“ einfach verschenken. Mit Öl oder Gold wird das ja auch nicht gemacht. Ob nun der Staat oder andere Big Data Firmen wie z.B. Google, Facebook, der Supermarkt um die Ecke, die Krankenkasse oder die Apotheke, alle nehmen die persönlichen Daten und Zahlen nichts bis wenig dafür. Letztendlich sollte jeder das Recht auf eine gerechte Gegenleistung für die Weitergabe seiner persönlichen Daten in Form von Geld haben.

Wenn das so wäre, würde die Überwachungsgesellschaft schon viel von dem Potenzial verlieren was die Demokratie zerstören wird.

Warum? Weil der Mensch als einziges Rechtssubjekt dann die Möglichkeit hat, in Bezug auf seine persönlichen Daten, auf Entschädigung und Löschung zu Klagen.

Wie läuft’s heute? Ohne Löschfristen wie z. B. bei der Polizei oder Schufa, werden die persönlichen Daten ohne ein Recht auf Vergessen erhoben, analysiert, weiterverkauft und und und. Damit hat man sein Schicksal nicht mehr in den eigenen Händen. Was das bedeutet kann heute schon betrachtet werden: Bewerbungen um Jobs, Mietverträge, Versicherungen oder Kredite werden ohne Gründe abgelehnt. Der Datenschatten bei Big Data Funktioniert ohne Richtigkeit oder Emotionen.

Uwe Schröder